COVID-19 und Lungenerkrankungen

 In Lungenblog

Das Coronavirus, das sich gerade in der ganzen Welt ausbreitet, sorgt für viel Unsicherheit, gerade bei Patientinnen und Patienten mit einer Lungenerkrankung. Das Vorhandensein einer Grunderkrankung kann möglicherweise zu einem deutlich schwereren Verlauf im Fall einer Ansteckung führen, als bei Menschen ohne Vorerkrankung. Doch auf was muss man in dieser Zeit besonders wertlegen? Die vorgeschlagenen Richtlinien, an die sich die Bevölkerung halten sollte, sind besonders für PatientInnen mit Lungenerkrankungen von Bedeutung. Diese sorgen dafür, dass das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich gehalten wird. Dabei ist das oberste Ziel, das Risiko einer Infektion zu vermindern. Erfolgen kann dies unter anderem durch das Einhalten allgemeiner Verhaltensregeln 1. Beispielsweise das Vermeiden von Berührungen an Mund, Nase oder Augen 2, besonders mit ungewaschenen Händen oder der Kontakt mit erkrankten Menschen. Allgemein ist es ratsam auf Kontakte außerhalb des eigenen Haushalts weitestgehend zu verzichten. Zudem wird das gründliche und regelmäßige Händewaschen 2 nach der Berührung potentiell kontaminierter Oberflächen empfohlen.

Ausführliche Anleitungen zur korrekten Durchführung des Händewaschens finden sich im Internet überall. Die WHO empfiehlt beispielsweise zweimal das Lied „Happy Birthday“ zu singen, um die ausreichende Dauer während jedes Waschvorgangs zu garantieren.

Das Krankheitsbild von COVID-19 sollte von Personen, die der Risikogruppe angehören bekannt sein, damit die Frühzeitige Selbsterkennung von Symptomen möglich ist. Bei einer Erkrankung der Virusinfektion ist die schnelle Kontaktaufnahme 3 zur Hausarztpraxis oder telefonisch zu anderen beratenden Stellen essenziell. In diesem Fall kann man die Nummer 116 oder 117 4 wählen. Dazu gehören Beratungen hinsichtlich individueller Maßnahmen oder auch labordiagnostischer Abklärung. Falls Fälle von COVID-19 im näheren Umfeld bekannt werden, sollte dies auch unter keinen Umständen verschwiegen werden.

Wenn das Asthma gut eingestellt ist, sind Asthmatiker im Normalfall nicht stärker durch das Coronavirus gefährdet 5 als Gesunde. Dies gilt jedoch nicht für PatientInnen mit schwerem Asthma oder jene, die Kortisontabletten einnehmen müssen, um ihre Symptome zu kontrollieren. Diese sollten sich besonders an die Maßnahmen der Bundesregierung halten. Im Folgenden Link können Sie die Informationen dazu entnehmen (https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/corona-massnahmen-1734724).

Es gibt auch Unterschiede zwischen den PatientInnen, die an Asthma leiden. Besonders  bei chronisch erkrankten Patienten, können pathologische Veränderungen der Lunge 6 eingetreten sein. Dabei nimmt die Elastizität des Lungengewebes ab, das zu einer erschwerten Atmung führen kann. In diesem Fall ist die/ der Betroffene stärker gefährdet, an einem schwereren Verlauf der Virusinfektion zu erkranken.

Das gilt auch bei unkontrolliertem Asthma. Dies ist der Fall, wenn der/die PatientIn mehr als zwei Mal die Woche das bronchienerweiternde Medikament Salbutamol benötigt oder sich das Asthma aufgrund einer Erkältung manifestiert hat. Wenn eine entsprechende Schulung vorliegt, ist die selbstständig Veranlassung einer Erhöhung der Dauertherapie 7 möglich.

Bei PatientInnen mit leichtgradigem oder episodischem Asthma ist die Gefährdung an einer schweren Ausprägung des Coronavirus zu erkranken gering 6. Jedoch sollte in diesem Fall die regelmäßige Einnahme der verordneten Medikamente nicht vernachlässigt werden. Denn gut eingestellte Asthmatiker sind grundsätzlich nicht stärker durch das Coronavirus gefährdet 8 als Gesunde. Gut eingestellt bedeutet, keine Beschwerden aufgrund des Asthmas zu haben. Das heißt also, dass nur diejenigen PatientenInnen, kein erhöhtes Infektionsrisiko aufweisen, die auch symptomfrei sind.

Wenn die Basistherapie mit dem inhalierbaren Kortison bisher nur unregelmäßig eingenommen wurde, sollte dies gerade jetzt geändert werden. Es ist die perfekte Zeit damit anfangen wieder regelmäßig zu inhalieren. Die PatientenInnen sollten außerdem darauf achten, dass sie vollkommen beschwerdefrei sind 8.

Unsere Gesundheits-Anwendung Kata® hilft Patienten bei der korrekten Inhalation. Sie zeigt den Anwendern auf einfache und verständliche Weise, wie sie richtig inhalieren. Darüber hinaus erinnert die App ihre User an die Inhalation und bewertet, ob sie die einzelnen Schritte ihres Inhalationsvorgangs so abgeschlossen haben, dass der Wirkstoff bestmöglich in die Lunge abgeben wird. Kata® meldet in Text und Bild, wie erfolgreich eine Inhalations-Anwendung war und dokumentiert das Verhalten des Anwenders. Der Behandlungs- und Therapieerfolge kann dadurch signifikant verbessert werden, denn gerade jetzt ist die korrekte Inhalation so wichtig.

Einnahme der Asthma-Medikamente

Das Cortison-Spray (inhalierbare Kortikosteroide (ICS)) hat einen immunsuppressiven Effekt, da die körpereigene Abwehr dabei gedämpft wird. Es hat eine zentrale Bedeutung bei der Asthma-Behandlung und wirkt außerdem antientzündlich. Trotz der immunsuppressiven Wirkung ist es dringend zu empfehlen, die adäquate und individuell eingestellte antiasthmatische Inhalations-Therapie fortzuführen 9 und unter keinen Umständen die verordneten Medikamente ohne Rücksprache der Ärzte abzusetzen. Der wissenschaftliche Beleg, dass diese Medikamente das Risiko auf eine Ansteckung erhöhen oder den Verlauf der Krankheit verschlimmern ist noch nicht . Außerdem könnte sich durch das Absetzen der Medikamente das Asthma verschlimmern, was eine Arztbesuch oder sogar einen Krankenhausaufenthalt 10 zur Folge haben kann. Dort wiederum ist die Wahrscheinlichkeit auf eine/n COVID-19-Erkrankte/n zu treffen und sich anzustecken deutlich höher. Aufgrund dessen ist es gerade jetzt essenziell, eine erfolgreiche Inhalations-Therapie bei Asthmatikern fortzusetzen.

Bei Asthma-Patienten, die auf Grund leichter Symptomatik im Sommer eine Therapiepause einlegen, ist zu empfehlen ihre Therapie bis mindestens Mitte Mai fortzuführen. Unter der Dauertherapie wird die Virusinfektion weniger schwer ablaufen 11.

COPD und COVID-19

Anders als bei Asthmatikern ist die Lunge bei COPD-Patienten beispielsweise durch langjähriges Rauchen chronisch verändert. Sie kann steifer und obstruktiv verändert sein. Man kann dabei Patienten, je nach Lungenfunktion in verschiedene Stadien einteilen. Diese, die an einer schwereren COPD leiden und zusätzlich auch Sauerstoff benötigen, sollten weitestgehend zuhause bleiben und Menschenmassen meiden. Denn, diese Patientengruppe besitzt ein höheres Risiko 12 an einem schwerwiegenderen Verlauf des Coronavirus zu erkranken. Um den außerhäuslichen Kontakt zu minimieren, können beispielsweise Einkäufe, wenn möglich, von Freunden oder Bekannten erledigt werden.

Vertrauenswürdige Quellen

Es ist außerdem wichtig, seine Informationen aus den richtigen Quellen zu entnehmen.

Besonders ein so sensibles Thema wie COVID-19 machen sich einige Menschen zu Nutze, indem sie Falschinformationen im Internet verbreiten.

Zudem ändert sich der Stand der Wissenschaft ständig und gerade seriöse WissenschaftlerInnen gestehen, dass es momentan nicht auf alle Fragen eine sichere Antwort geben kann.

In der folgenden Aufzählung sind Quellen aufgeführt, die vertrauenswürdig sind:

Doch auf was muss ich achten, um seriöse Quellen von unseriösen Quellen zu unterscheiden? Man sollte immer im Hinterkopf behalten, wer hinter den Informationen steht und welche Interessen diese Personen eventuell verfolgen. Besondere Vorsicht ist geboten16, wenn ein Heilmittel oder eine Behandlung zur Vorbeugung des Virus angepriesen wird. Oder auch bei Meldungen in denen die Ausbreitung oder Gefährlichkeit des Coronavirus stark verharmlost wird. Wenn Empfehlungen gegeben werden, die den Informationen der Gesundheitsbehörden wiedersprechen, sollte man dies auch erst einmal genau prüfen. Eine gesunde Skepsis dem Informationsüberfluss gegenüber ist demnach sehr empfehlenswert.

Weitere Informationen, wie man am besten vertrauenswürdige von nicht vertrauenswürdigen Quellen unterscheiden kann, können Sie im folgenden Link nachlesen (https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/verlaessliche-informationen-erkennen.html#c12327)

 

 

 

 

 

 

Quellen:

1 https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogruppen.html

2 https://www.lungeninformationsdienst.de/themenmenue/news/alle-news-im-ueberblick/aktuelles/article/coronavirus-infos-fuer-menschen-mit-lungenkrankheiten/index.html

3 https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogruppen.html

4 https://www.116117.de/de/coronavirus.php

5 https://www.mein-allergie-portal.com/pollenallergie-heuschnupfen/2610-die-birke-blueht-covid-19-allergien-und-asthma.html

6 https://www.mein-allergie-portal.com/asthma/2585-coronavirus-asthma-bei-erwachsenen-wer-ist-risikopatient.html

7 https://www.mein-allergie-portal.com/allergie-und-unvertraeglichkeit-beim-kind/2578-coronavirus-und-asthma-beim-kind-was-wenn-es-unkontrolliert-ist.html

8 https://www.mein-allergie-portal.com/asthma/2566-coronavirus-und-asthma-hoeheres-risiko-fuer-asthmatiker.html

9 https://pneumologie.de/fileadmin/user_upload/Aktuelles/2020-03-16_Statement_Asthma_und_COVID-19_F.pdf

10 https://www.lungeninformationsdienst.de/aktuelles/news/alle-news-im-ueberblick/aktuelles/article/coronavirus-asthma-medikamente-wie-gewohnt-einnehmen/index.html

11 https://www.mein-allergie-portal.com/asthma/2612-corona-asthma-wie-umgehen-mit-der-sommerlichen-therapiepause.html

12 https://www.mein-allergie-portal.com/copd/2614-coronavirus-und-copd-welche-risiken-gibt-es.html

13 https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/verlaessliche-informationen-erkennen.html#c12327

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neueste Beiträge
Kontaktiere uns einfach

Schick' uns einfach hierüber eine Email und wir werden uns so schnell wie möglich bei dir melden.

Nicht lesbar? Text ändern. captcha txt